Kritische Überlegungen zum Verkauf gebrauchter
Foto-Objektive und Spiegelreflex-Kameras
Liebe Fotofreunde,
diejenigen unter Euch, die selbst Foto-Mechaniker sind (oder es zumindest glauben),
wissen wahrscheinlich schon alles (besser)
und sollten sich über diesen Link auf meine Gebraucht-Liste klicken, wo es von
Berlebach, Canon, Contax, Cullmann, Exakta 66, Konica, Hasselblad, Leica,
Mamiya, Metz, Minolta, Nikon, Olympus, Osram, Pentax, Rollei, Voigtländer
Gebraucht-Angebote
vom Billig-Schnäppchen bis zum seltenen Sammlerstück gibt.

Jeder Artikel (Ausnahme s. unten) ist Teil privater Sammlung bzw. meiner Test-Projekte
und mein rechtmäßig erworbenes Eigentum.
 Bei diesen privaten Angeboten schließe ich eine 2-jährige Gewährleistung nach EU-Recht aus,
aber natürlich hafte ich für den Wahrheitsgehalt der unten stehenden Beschreibungen
und biete eine 3-monatige Garantie auf volle Funktionalität.

Zu Eurer Sicherheit, nicht nur aus Habgier
(die ist auch vorhanden, allerdings entschuldbar, weil ich ein sehr armer Mensch bin),
begrenze ich das Angebot
auf meine eigenen Sachen und die weniger Freunde und Bekannten.
Es handelt sich bei letzteren immer um Teile,
die sich bei mir zur Weiterleitung befinden oder die ich zumindest mal
zur Reinigung/Wartung bei mir hatte.
Über all diese Teile gebe ich Auskunft mit "brutalst-möglicher" Aufklärung
und gewähre schriftlich Garantie.

Eine beträchtliche Anzahl potentieller Foto-Käufer wird mit Sicherheit
bei einigen meiner Preise protestieren.
Diese Protestler wollen wir aber nicht voreilig verdammen!
Sie sind ja nicht (alle) von Grund auf böse.
Da sind zunächst die wirklich Armen (so wie ich),
denen verzeihen wir Alles;
auch, daß die FOMAG-Liste ihre Bibel ist und sie trotzdem noch versuchen,
sogar diese Preise zu unterbieten;
obwohl die meisten von ihnen natürlich wissen,
daß da bei den älteren Manuell-Focus-Teilen
den Machern der Liste
schon vor mehr als 10 Jahren der Durchblick
im privaten Gebrauchtmarkt verloren ging
(kein Wunder, wenn man im eigenen Magazin kaum private Kleinanzeigen hat).

Diese unsere armen Freunde wollen meistens nur fotografieren
und stellen fairerweise keine Ansprüche an die "Kosmetik":
Die Kamera muß sich spannen und auslösen lassen,
die lange Zeit und B müssen funktionieren,
Spiegel und Mattscheibe sollen nicht zu stark verkratzt sein.
Beim Objektiv wünschen sie keine Kratzer auf Vorder- und Hinterlinse,
erwarten rasant zuschnappende Blendenlamellen
und normal arbeitende Verstellringe.
Ansonsten dürfen die Teile außen ruhig verhunzt sein, Hauptsache sie sind
saubillig.

Einer kleinen Untergruppe fehlt allerdings die Bescheidenheit, die angeblich die Armen ehrt.
Sie verzichtet auf diese Ehre und verlangt Top-Qualität zu ebay-Preisen
(man orientiert sich mehr an den niedrigen Zwischen-Geboten
und tut sich die Höchst-Gebote am Auktionsende lieber garnicht mehr an).

Die nächste Gruppe wird vom unerfahrenen Verkäufer gern mit der ersten verwechselt!
Hier tut sich scheinbar auch ein Abgrund von Armut und Bedürftigkeit auf,
wenngleich die gemeine Preisdrückerei
hier mit erheblich mehr frecher Arroganz vorgetragen wird, was daran liegt,
daß wir es mit finanziell gut bis spitzenmäßig ausgestatteten Zeitgenossen zu tun haben,
die ihre Bezüge schon garnicht mehr als Lohn für erbrachte Leistung wahrnehmen.
Die (fehlende) Befriedigung durch eigene Leistung verschaffen sie sich als
Schnäppchen-Jäger.
Gegen die ist ein Anbieter, der aus Not verkauft, von vornherein chancenlos.
Der Jäger muß nicht kaufen,
er hat eh schon mindestens eine gute Foto-Ausrüstung zuhause.
Ihn treibt nicht die Notwendigkeit, ein unentbehrliches Arbeitsgerät zu erwerben,
seine Triebfeder ist die Lust am (ungleichen) Kampf in selbst-gesteckten Grenzen.
Er kann selber entscheiden, ob er ein Unentschieden anbietet oder,
wenn er hier nicht siegt,
dort sogar freiwillig einen höheren Preis akzeptiert.

Seien wir Verkäufer also vor dem aussichtslosen Kampf gewarnt
und zeigen umso mehr Verständnis,
wenn wir einen wirklich Armen vor uns haben
(was wir aber sowieso nicht erkennen können,
weil inzwischen alle das "Armsein" perfekt beherrschen).

Jetzt endlich kommt die Gruppe, von der ein redlicher Anbieter träumt,
die Sammler.
Das sind die Guten, die Lichtgestalten!
Zwar verlangen sie oft schier Unmögliches von uns
(25 Jahre alte Original-Kartons, makellose Lackierungen, Eloxierungen und Gummierungen),
aber für Spitzenware gibt es von ihnen endlich Spitzenpreise.
Sie sind diejenigen, die alles wissen, sehen, hören, ahnen und auf alles Wert legen:
Sie wissen nicht nur, daß in jeder Kamera ein Spiegel-Dämpfer ist
(nicht in jeder!
manchmal finden sich nur noch ein paar Teer-Klümpchen
im Spiegelkasten oder auf der Mattscheibe),
sondern sehen auch die Notwendigkeit, diesen nach 20 Jahren zu erneuern.
Gleiches gilt natürlich für die Dichtungsstreifen in den Rückwandrillen.
Selbst bei fast unbenutzten Kameras honorieren sie eine innere und äußere
Reinigung, Wartung und Justage.

 Solche ausgeführten Arbeiten werden von den "Sparsamen" aus der ersten Gruppe
nicht als notwendig (an)erkannt und mit dem folgenden
berühmt-berüchtigten Satz diskriminiert:
Ich will sie nicht in die Vitrine stellen
(bösgemeinter Hieb Richtung Sammler! sind die fotografier-unfähig?),
ich will damit fotografieren
(ja,wie denn das, mit Euren blind gekauften und ungeprüft ersteigerten,
äußerlich (vielleicht!) ganz ansehnlichen,
aber innerlich ganz sicher mit gravierenden Mängeln
aus 20 Jahren Dienst
belasteten MXs und MEs?).

Zum Glück können wir aber mit ziemlich (un)begründeter Sicherheit davon ausgehen,
daß auf dieser und über diese Seite nur Leute zusammentreffen werden,
die von den Guten das Beste in sich vereinen,
sodaß einem Austausch von Liebenswürdigkeiten und Wohltaten
nur eines entgegenstehen könnte, der
Euro.